Bauen für die Ewigkeit: Faszinierende Bauten der Antike
- dS
- 22. Mai 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Juli 2025
„Architektur basiert nicht auf Beton und Stahl und den Elementen des Erdbodens. Sie basiert auf Wundern.“ – Daniel Libeskind
Die uns bekannten Bauten der Vergangenheit, die über lange Zeiten Wind und Wetter standgehalten haben, sind meist massive Monumentalbauten von Hochkulturen religiöser oder militärischer Natur. Nur wenige Hintergründe haben die harte und langwierige Handarbeit einer riesigen Menschenmasse gerechtfertigt.

Von Hochkulturen ist nicht viel Wissensstand überliefert oder aufgeschrieben worden, ihre Bauten jedoch sprechen für sich. Platz zur Gottesanbetung war bereits seit Beginn der Zeit ein wichtiger Wunsch der Menschheit, so hat man im türkischen Göbekli Tepe um ca. 9000 v. Chr. Steinpfeiler in einer kreisähnlichen Form mit in der Mitte stehenden Säulen gefunden, die als Ritualsäulen und damit religiösem Charakter geglaubt werden. Es entstanden Bauten wie die Ggantija-Tempel in Malta (ca. 3600 v. Chr.), die Zikkurat in Ur (ca. 2000 v. Chr.), Pyramiden von Gizeh (ca. 2600 v. Chr.), Babylons Mauerbau (ca. 1750 v. Chr.) und der Steinkreis von Stonehenge (ca. 2000 v. Chr.) in England. Sie vereint entweder religiöser Totenkult oder mächtiger Herrscherbau einer großen Kultur, die zur Errichtung dieser Riesenbauten Wissen über Transport und Bearbeitung von Baumaterial, meist Lehm oder Naturstein, gehabt haben muss. Die erstaunliche Masse und teilweise Vertikalität dieser Bauten zeugt von Baukulturen, die maschinenartige Werkzeuge eingesetzt haben muss, um solch bauliche Herausforderungen bewältigen zu können. Jedoch sind die Konstruktionstechniken und -Abläufe größtenteils unbekannt, wodurch Fragen des Entwicklungs- und Wissensstands dieser Hochkulturen unbeantwortet bleiben und zu einer immensen Bandbreite an Spekulationen führen.
Was klar ist, ist der Wunsch einer Verewigung oder Beeindrucken einer Gottheit, was für die Riesenprojekte durch extrem hohen Aufwand an Ressourcen, Zeit und Arbeitskraft möglich wird. Das konnten nur riesige Zivilisationen bewältigt haben. Einige Bauten stellen auch bemerkenswerten, wissenschaftlichen Fortschritt dar. Die Pyramiden von Gizeh sind über Sternkonstellationen perfekt aufeinander ausgerichtet und mit einer Genauigkeit von +- 0,05 Grad an den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Ihr Verhältnis von Höhe zur Basis beträgt fest exakt dem Verhältnis von Pi. Ihre Kalksteinblöcke wiegen bis zu 80 Tonnen. Die Steinblockformation von Stonehenge sind so gekonnt an der Sonnenlaufbahn orientiert, dass er mit einem raffinierten, astronomischen Kalender verglichen wird. Die 42 Blausteine, jeder rund 2 Tonnen schwer, sollen aus dem 240 Kilometer entfernten Presli Hills in Wales stammen. Wie sie transportiert wurden, kann man sich bis heute nicht ausmalen. Der Tempel von Baalbek, Jupiter-Tempel in Libanon (ca. 1000 v. Chr.), hat Fundamente aus sogenannten Trilithonen, die bis zu 800 Tonnen wiegen. Mit ungefähren Dimensionen 19 m lang, 4 m hoch und 3,60 m breit gelten sie als die größten verbauten Steine der Antike. Ihre präzisen Schneidkanten und die Größe dieser Steine übertrifft die Möglichkeiten, die man dem damaligen Stand der Technik zutraut. Die nur aus Luftperspektive erkennbaren Nazca-Linien aus Peru (ca. 800 .v Chr. - 600 n. Chr.) sind Abbildungen von Tieren, die ca. 10 bis hunderte von Metern groß sind. Die bis 20 km langen, schnurgeraden Linien wurden auf ungefähr 500 km² ohne klaren Zweck erstellt. Steht man vor der Kukulkan-Pyramide des Urvolkes der Maya im heutigen Mexiko und klatscht, hallt ein einem vogelzwitscherndem Laut ähnelnden Echo durch die baulich erzeugten Resonanzeffekte der Pyramide wider. Wofür genau diese Eigenschaft genutzt wurde ist unklar. Jedoch sind diese Ereignisse zu ausgeklügelt, um als Zufall zu gelten und zeugen von extremen Bemühungen und großem Wissensschatz, den diese Kulturen für ihre Bauten anscheinend hatten.
Die Baukulturen der Welt sind viel älter und beweisen deutlich mehr Wissen als uns bekannte Schriften darlegen. Die Standhaftigkeit der Megaprojekte zahlreicher Hochkulturen beweisen ihre Fähigkeiten und lassen uns, ihre späten Nachkommen, staunen. Der Fakt, dass uns einige Bauten unerklärlich sind, weist auf einen Kenntnisverlust in der Menschheitsgeschichte. Gebäude schreiben die Menschheitsgeschichte bedeutend mit und sind Beweisgeber mächtiger Hochkulturen.



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