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Der Architekt als Generalist: Vielseitigkeit als Erfolgsgeheimnis

  • dS
  • 7. Dez. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Juli 2025


Der Begriff Architekt wird facettenreich in verschiedenen Branchen eingesetzt, findet im baulichen Kontext aber seinen Ursprung. Der Begriff Architekt kommt aus dem griechischen „architékton“, wobei „archi“ der oberste, und „tékton“ Baumeister bedeutet. Seine Hauptaufgabe liegt in der Kunst und Technik des Entwerfens und Bauens, das Tätigkeitsfeld erstreckt sich jedoch aufgrund interdisziplinärer Denkweise weit darüber hinaus in ein verstricktes Gewebe verschiedener Einflüsse. Bereits Vitruvius, römischer Baumeister und erster bekannter Schriftautor zur Architekturtheorie, hat betont wie wichtig es für Architekten ist, zum Nutzen seiner architektonischen Fähigkeiten im Geiste möglichst weit bewandert zu sein. Wir finden heraus, inwiefern Vielfältigkeit Schlüssel für Erfolg bedeuten kann.

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Ein Architekt ist in der Lage, komplexe Zusammenhänge aufzufassen und verständnisvoll für die Vision des Baus zu werten. Als Bindeglied unterschiedlicher Akteure verschmilzt er ihre Interessen und formt sie zur Zufriedenstellung der Kunden zur baulichen Realität. Seine Lösungen und Ansätze muss er vollständig und verständlich fertigen, deutlich vortragen und überzeugend vertreten. Eine klare und begeisternde Ausdrucksweise sowie Verhandlungsgeschick sind dafür unerlässliche Werkzeuge, denn er nimmt eine beratende Rolle für Kunden, anweisende Rolle für Gewerke und visionäre Rolle für Bauprojekte an. Er ist Fachexperte des Bauens und außerdem Vertreter der Mitplanenden und großteilig Vortragender von Ergebnissen, Problematiken und Lösungen. In diesem übergreifenden Arbeitsumfeld muss er zudem organisatorisches und strategisches Geschick zeigen, um Zeitpläne, Budgets und Teams erfolgreich zu koordinieren und zu steuern. Mit Überzeugung und Leidenschaft leitet er wie ein Lotse im Schiffverkehr Bauvorhaben sicher in den Hafen.

Randbereiche und Schnittstellen des Generalistenwissen
Randbereiche und Schnittstellen des Generalistenwissen

„Die Baukunst soll ein Spiegel des Lebens und der Zeit sein.“

– Walter Gropius


​Die Geheimwaffe eines Generalisten ist seine breite Perspektive, von der er unter Berücksichtigung vieler Aspekte gute Entscheidungen fällen kann. Seiner Pflichtaufgabe der Konstruktion und Statik muss er unter anderem nachkommen und tut dies, in dem er Bauweisen und technische Regelwerke in ihrer Fülle kennt und einschätzen kann, um mögliche Problematiken zu durchschauen sowie rechtzeitig und sinnvoll auf sie zu reagieren. Da jedes Projekt spezifische Herausforderungen mit sich bringt, fordert sein Berufsfeld ihm Flexibilität und Veränderungsfreudigkeit ab. Kann er sich schnell in neue Themengebiete eindenken ist er bereit, kreative und innovative Lösungen zu finden. Indem er sich stets neues Wissen aneignet steigert er sein Verständnis, zeitgemäß und vorausschauend zu bauen. Um dies zu bewältigen fügt er seiner Grundausbildung weitere Horizonte an, um sich zu profilieren und gut agieren zu können. Besonders nützlich sind ihm diese weiteren Denkweisen in der beratenden Funktion. Teilweise sind sie ihm auch Schutz und Waffe im Gefecht der Interessen, in dem er inmitten oft profitgerichteten Interessen auch nicht Anwesende der Gesellschaft vertreten kann. Schult er seinen Spürsinn durch horizonterweiternde Kenntnisse, gelangt er an tiefes Erkenntnisvermögen und schlussfolgert gekonnt. ​Das macht ihn zu einem entscheidungskompetenten Akteur, der Ästhetik, Funktionalität, Sicherheit und Vision zu einem Gesamtbild verschmelzen lässt. Er tut dies, in dem er in tiefer Gedankenarbeit ein Werk konzipiert, das Interessen der Mitbeteiligten,  Anforderungen der Gesellschaft und Natur sowie des baulichen Umfelds respektvoll berücksichtigt. Er stellt sich Herausforderungen hinterfragend kritisch und hält sich sowie anderen einen ideologischen Spiegel vor. Mit sich kontinuierlich entwickelnden Gesellschaften steigern sich auch Anforderungen in Komplexität und Vielzahl, die einArchitekt verkörpern muss. Er beweist Verständnis, in dem er den gesellschaftlichen Wandel seiner Zeit richtig interpretiert und das Wesentliche stilvoll zum Ausdruck bringt. Schafft er das, rechtfertigt er sein Bauwerk für die Zukunft und wird Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit gerecht.

„Ich bin nunmal kein Zyniker oder Skeptiker, sondern ein Optimist. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um Architekt zu werden.“ – Daniel Libeskind

Es bildet sich  eine subjektive Herangehensweise und Werteorientierung, mit der er Werte seiner Zeit in Bauwerke übersetzt und das Umfeld seiner Mitmenschen entscheidend mitbestimmt sowie seine Sichtweise mit ihnen teilt. Bestückt mit Entscheidungskompetenz und ideologischen Ansätzen schlägt er Wege ein, für die es weitreichende Grundlagen bedarf, um Gebäuden wegweisende Sinnhaftigkeit zuzuschreiben. Da er Entscheidungen auch aus Überzeugung an einer Ideologie ausmachen kann, ist etwas Optimismus gefragt. Allgemein tut er besser daran, sich befürwortend für eine gute Zukunft auszusprechen, anstatt sich marktsteuernden Tendenzen zu beugen. Ein wichtiger Aspekt, den Libeskind mit seinem Zitat gut einbringt. Blinder Optimismus ist sicherlich keine erstrebenswerte Qualität, jedoch ideologisch eher optimistisch anstatt pessimistisch zu agieren ist ein sinnvolles, zukunftsgerichtetes Gedankengut. Der Glaube an positive Veränderung kann für Entscheidungsträger oder -vorbereiter, im baulichen Kontext mindestens ein Vorteil sein. Als  Planer oder Planungsbeteiligter ist eine Prise Vorstellungskraft gefragt, sich dabei für positive Veränderung einzusetzen ist eine ernst zu nehmende Verantwortung und Zuständigkeit des Architekten. Denn Gebäude besitzen die Kraft, Identität zu vermitteln und eine Gesellschaft zu beeinflussen.

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